Deep Blue Tigergarnele
Tipps & Tricks für die Pflege von Garnelen und Krebsen (Wirbellose)
Auf dieser Seite werde ich einige allgemeine Tipps zur Pflege von Garnelen und Krebsen geben. Wer möchte kann sich zu einzelnen Themen gerne bei mir melden um Erfahrungen auszutauschen.
Unser Buchtipp für Garnelenfreunde!
Wir möchten allen Wirbellosenfreunden ein Buch ans Herz legen.
Es handelt sich um die rechts abgebildete Garnelenfibel von Frank und Carsten Logemann,
ein wirklich klasse geschriebenes Buch über Garnelen, welches bei keinem Wirbellosenfreund fehlen darf.
Garnelenfibel. Süßwassergarnelen für Anfänger und Fortgeschrittene
Liste der Tipps zur Pflege von Garnelen und Krebsen
- - Wirbellose richtig eingewöhnen
- - Verhalten der Garnelen

- - Laub im Aquarium
- - Erlenzäpfchen im Aquarium
- - Düngen
- - Neue Wasserpflanzen
- - Wasserpflanzen desinfizieren
- - Reinigung eines Wirbellosenaquariums
- - Scheibenputzen mit High- Teck Schwamm
- - Der Hamburger Mattenfilter
- - Algenbekämpfung im Wirbellosenaquarium
- - Moorkienwurzeln und Wirbellose
Reinigung eines Wirbellosenaquariums
Von Zeit zu Zeit muss jedes Aquarium gereinigt werden. Bei einem Aquarium
in dem Wirbellose allein oder auch mit Aquarienfischen leben besteht die Gefahr,
die Jungen mit abzusaugen und dadurch evtl. zu entsorgen.
Hier hat Kurt Mack vom AGW („Arbeitsgemeinschaft Wirbellose Tiere der
Binnengewässer“ unter www.wirbellose.de) folgende geniale Idee beschrieben.
Ich fülle den Mulm mit den Junggarnelen in eine kleine Flasche (0,33 Ltr.), es
sollte nicht zuviel Mulm sein, sonst sterben die Junggarnelen schneller, als
sie den Ausgang finden. Ich fülle die Flasche mit 10% Mulm und Rest Wasser auf,
stehen lassen bis sich der meiste Mulm gesetzt hat und dann die Flasche in einen
Eimer stellen, sodass die Wasserhöhe die Flaschenöffnung ein paar Zentimeter
überragt. Wenn es klappt verlassen die Junggarnelen zu 95% die Flasche innerhalb
der nächsten fünf Stunden. Ein paar Pflanzen im Eimer zum Verstecken sind auch
nicht schlecht.
So einfach kann es sein leben zu retten, dieses funktioniert auch mit jungen Krebsen.
Zur Reinigung der Wirbellosenaquarien allgemein ist zu sagen, dass in den Aquarien
schon etwas Mulm liegen sollte, weil die Kleinen darin ihre erste Nahrung finden.
Das heißt nicht, dass sich da vergammelnde Futterreste häufen und verpilzen, die
sind genau so Gift für die Kleinen wie für die Fische oder wie für uns, wenn wir
verschimmelnde Speisen zu uns nehmen.
Bei der Filterreinigung ist ebenfalls damit zu rechnen das Jungtiere im
Filtersubstrat sind. Wenn man einen Hamburger Mattenfilter im Aquarium
eingesetzt hat sind Reinigungsarbeiten äußerst selten durchzuführen, im
Gegensatz zu den motorbetriebenen Außenfiltern.
Eine Grundreinigung mit ausräumen, alles durchwaschen und wieder hinein
setzen gehört der Vergangenheit an und wird nicht mehr gemacht. Wenn nach einigen
Jahren das Aquarium nicht mehr „funktionieren“ sollte, kann man über eine
Neueinrichtung nachdenken, sich die Materialien besorgen und dann die Aktion
starten. Das „Altwasser“ auffangen und den Filter evtl. daran anschließen und
laufen lassen, damit es nachher wieder in das „neue“ Aquarium eingebracht werden
kann. Die Matte vom Hamburger Mattenfilter wird nur grob gespült und gut feucht
solange beiseite gelegt, nach vier bis fünf Stunden „funktioniert“ er immer noch.
Beim reinigen werden auch oftmals überzählige Pflanzen herausgenommen.
Wenn man Schwimmpflanzen (z. B. Riccia) an der Oberfläche hat und sie vermehren
sich meist gut, nimmt man ab und zu welche herunter. In den Schwimmpflanzen
leben häufig kleine Garnelen und Krebse. Um diese Kleinen heraus zu bekommen
spüle ich die Schwimmpflanzen in mehreren Bädern mit Aquarienwasser durch und
die jungen Wirbellosen flitzen nach unten heraus.

Scheibenputzen mit High-Teck Schwamm
Als ich neulich bei einem Vereinsfreund war um mir sein Aquarium anzusehen
und ein wenig darüber zu sprechen, kamen wir auch auf die Pflege der Frontscheibe
zu sprechen. Da es ein Acrylglas- Aquarium ist, muss man schon besonders vorsichtig
sein. Er gab mir einen neuartigen Schwamm in die Hand und sagte, nimm einen mit, Du
hast doch auch ein Plexiglas- Aquarium. Als ich den Schwamm bei mir im Aquarium
ausprobierte, war ich überrascht wie schnell ich die Algen von der Scheibe abbekam.
Selbst bei meinen Glasaquarien ging es hervorragend leicht und schnell. Bei meinen
älteren Zuchtaquarien ist auch schon mal ein Kratzer in der Scheibe, selbst die
Algen aus dem Kratzer habe ich schnell heraus bekommen. Das Beste daran ist, dass
die Algen nicht so schnell wiederkommen und der Scheibenputz-Interval im Kalender verlängert werden kann, weil die Scheibe sehr intensiv gereinigt
wird.
Auch von außen habe ich gereinigt, Schwamm leicht anfeuchten und der Fettfilm
verschwindet. Mit einem weichen Tuch trocken reiben und die Scheibe ist wie neu!
Nun aber endlich zu dem Schwamm selber. Es ist ein so genannter Radierschwamm,
bei einigen Herstellern heißt er auch Schmutzradierer. Er beinhaltet keine
Lösungsmittel, sodass man direkt in das Aquarium eintauchen kann. Er wird im
Haushalt auch zum reinigen der Tapeten benutzt, wenn die Kleinkinder mit dem
Edding gemalt haben. Auf lackierte Flächen sollte er nicht benutzt werden, weil
er diese Oberfläche stumpf macht. Mit dem Radierschwamm kann man etliche Male
die Aquarienscheibe putzen aber ich schätze bei einer Scheibengröße 1m x 50cm,
wird er nach 20 bis 30 Einsätzen kaputt sein. Ein Schwamm kostet ca. 30 Cent bei
Aldi (leider nur ab und zu im Angebot) und bis zu 60 Cent in anderen Geschäften
die Reinigungsmittel haben.
Dieser Radierschwamm ist das Beste was mir in der letzten Zeit untergekommen ist.
Probiert ihn aus und ihr werdet begeistert sein!

Der Hamburger Mattenfilter
Der Hamburger Mattenfilter besteht aus einer Filtermatte (Filterschaumstoff)
und einer Pumpe die das Wasser aus der Filterkammer wieder auf die Schauseite
des Aquariums fördert.
Seit Jahren habe ich diesen Filtertyp bei mir problemlos im Einsatz und bin
vollkommen begeistert. Meiner Ansicht nach die effektivste Methode zur biologisch
schonenden Aquarienwasserfilterung. Die Handhabung der Reinigung habe ich in dem Artikel
Reinigung eines Wirbellosenaquariums
beschrieben.
Wenn Sie über dieses Meisterwerk noch mehr wissen möchten sollten Sie
hier klicken.

Algenbekämpfung im Wirbellosenaquarium
Auch bei der Algenbekämpfung müssen wir vorsichtig bei den Bekämpfungsmitteln
sein. Es darf auf keinen Fall Kupfer enthalten. Einige Wirbellosenfreunde haben schon mit
Protalon – 707 experimentiert und haben hervorragende Ergebnisse erzielt ohne
die Wirbellosen heraus zu nehmen. Bei einigen ist die Normaldosis ausreichend
gewesen um die Algen zu bekämpfen. Andere haben die Dosis erhöht, fast verdoppelt
und haben die Algenbekämpfung erfolgreich abgeschlossen.
Damit sind aber nur die Algen bekämpft und nicht die Ursachen. Diese sollten aber
auf jeden Fall ergründet werden. Hierzu gibt es genug Artikel, auch unter
Algenbekämpfung bei Google suchen.


Moorkienwurzeln und Wirbellose
Für die Einrichtung eines Wirbellosenaquariums sind Moorkienwurzeln eine
ideale Lösung. Mit ihnen lassen sich z.B. wunderbare ‚Flussufer’ im Aquarium
gestalten. Die Moorkienwurzel ist nicht nur sehr dekorativ sondern dient den
Krebsen und Garnelen als natürliches Versteck. Es gibt aber noch weitere
Eigenschaften die sich durchaus positiv in einem Wirbellosenaquarium auswirken.
Moorkienwurzeln sind ein wertvoller Naturstoff der über jahrtausende entsteht.
Die Wurzeln können bis zu ca. zehntausend Jahre ‚alt’ sein und sind beim Abbau
von Torf in Hochmooren z.B. in Schleswig-Holstein vorzufinden. In dem langjährigen
Entstehungsprozess werden die Wurzeln konserviert.
Für den Lebensraum unserer Wirbellosen sind die Eigenschaften der Moorkienwurzeln
weitgehend als positiv zu bewerten. Für einige Garnelen und Krebse kann ein
zusätzlicher Schutz durch die von den Moorkienwurzeln ins Aquarienwasser
abgegebene Huminsäure entstehen. Dieser Schutz ist aber nur richig wirksam,
wenn die Konzentration der Huminsäure nicht zu hoch ist. Bei Aquarienfischen z.B.
können zu hohe Säurekonzentrationen verheerende Folgen haben. Mit einer genauen
Beobachtung der Wirbellosen und regelmäßigem Wasserwechsel sollte aber jeder in
der Lage sein die richtige, geringe Konzentration des Wassers zu erreichen. Für
die Garnelen und Krebse steigt das Wohlbefinden durch die Anreicherung mit den
natürlichen Stoffen der Moorkienwurzeln. Damit das Wasser nicht zu stark mit
Huminsäure angesäuert wird empfiehlt sich ein vorhergehendes wässern der
Moorkienwurzel. Eine braune Färbung des Aquarienwassers deutet auf eine hohe
Konzentration der Huminsäure hin, muss aber keines Falls immer negativ sein.
Ein Auskochen der Moorkienwurzeln ist nicht zu empfehlen. Dadurch kann unter
Umständen die Biochemie der Moorkienwurzel zerstört werden. Die Wurzel könnte
anfangen zu faulen und verheerende Schäden im Aquarium anrichten.
