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Letzte Aktualisierung: Di, 11. Okt.2011 09:55

Bekämpfung von Hydra / Hydren und Planarien im Wirbellosenaquarium

von Christian-Peter Steinle

Alle aquaristischen “Hausmittelchen”, vor allem die für Tiere lebensgefährliche Methode mit Kupfer, führen zu keinem restlosen Erfolg. Hydren lassen sich aber sehr gut und für Fische und Wirbellose ungefährlich mit Flubendazol bekämpfen. Dieser Wirkstoff vieler Medikamente gegen Endoparasiten (Anthelminthikum) bindet sich an Proteinuntereinheiten und zerstört recht schnell das Zythoskelet von z.B. parasitischen Würmern und Hydren. Im Endeffekt verhungert der Polyp, weil er Nahrung nicht mehr verwerten und transportieren kann.

Der Wirkstoff (C16H12FN3O3) ist fest und in Wasser unlöslich und deshalb für Fische und Garnelen ungefährlich. Er ist in zahlreichen Tierarzneien unter den Bezeichnungen Canathel, Flubendavet, Flubenol, Frommex oder Vermicat enthalten.

Aquaristisch hat sich das Präparat FLUBENOL P der Janssen Cilag GmbH bewährt. Man erhält es beim Tierarzt für rund zehn Euro. Eine Tablette oder einen Kapselinhalt in einem Becher so weit es geht lösen/verrühren und dem Aquarienwasser beigeben. Nach etwa zwei Wochen sind alle Hydren zerstört. Die Behandlung kann wegen eventueller überlebender Fortpflanzungsstadien nach vier Wochen wiederholt werden. In dieser Zeit sollte kein Wasserwechsel erfolgen.

Viel Erfolg

Nachfrage von 1A-Wirbellose.de:
Für welche Wassermenge ist eine Tablette oder der Kapselinhalt gedacht? Freunde haben berichtet, dass es FLUBENOL P nicht mehr geben soll, ist Ihnen darüber etwas bekannt?

Antwort (Christian-Peter Steinle):
Flubendazol ist ein weiterhin in der Tier- und Humanmedizin verbreiteter und wichtiger Wirkstoff. Diskutiert wird er lediglich hinsichtlich seiner Unlöslichkeit in Wasser, weshalb er in Kläranlagen und auf Landwirtschaftsflächen mit Gülleaustrag quantitativ bedeutsam vorgefunden wird (eine Folge der Dauerbehandlung in der Schweinemast). Deshalb - und weil es das Tierschutzgesetz auch so vorsieht - habe ich auf den Tierarzt, der das Apothekerrecht innehat, als Bezugsquelle hingewiesen.

Die Lösung einer Tablette ist unabhängig von der Wassermenge, wobei ich davon ausgehe, dass Aquarianer selten mehr als 1.000 Liter behandeln müssen.

Nachfrage von 1A-Wirbellose.de:
Das heißt die Dosierung ist ohne Bedeutung? Eine Tablette auf ein 30 Ltr. Aquarium oder auf ein 1000 Ltr. Aquarium, egal? Könnten Sie mir das bitte kurz erläutern?

Antwort (Christian-Peter Steinle):
Flubendazol ist in Wasser unlöslich. Durch das lösen des Trägerstoffs liegt es, wenn man es in einem Glas verrührt, als winziges kristallines Molekül vor. Im Aquarium wird es durch die Filterströmung in der Regel so gut verteilt, dass alle Hydren etwas abbekommen. Aus diesem Grund ist die Dosierung hinsichtlich der Qualität völlig belanglos. So einfach ist das. Deshalb macht es überhaupt keinen Sinn, exakt abgestimmte Dosierung vorzuschreiben. Zumal der Wirkstoff für alles außer Würmer und Hydren völlig unbedenklich ist.

Freundliche Grüße
Christian-Peter Steinle

1A-Wirbellose dankt Christian-Peter Steinle für die detailliert Beantwortung unserer Fragen.



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