Deep Blue Tigergarnele
Letzte Aktualisierung dieser Seite: Fr. 15. Aug. 2008 um 00:20Uhr
Bekämpfung von Hydra / Hydren und Planarien im Wirbellosenaquarium
von Christian-Peter Steinle
Alle aquaristischen “Hausmittelchen”, vor allem die für Tiere lebensgefährliche
Methode mit Kupfer, führen zu keinem restlosen Erfolg. Hydren lassen sich aber
sehr gut und für Fische und Wirbellose ungefährlich mit Flubendazol bekämpfen.
Dieser Wirkstoff vieler Medikamente gegen Endoparasiten (Anthelminthikum) bindet
sich an Proteinuntereinheiten und zerstört recht schnell das Zythoskelet von z.B.
parasitischen Würmern und Hydren. Im Endeffekt verhungert der Polyp, weil er Nahrung
nicht mehr verwerten und transportieren kann.
Der Wirkstoff (C16H12FN3O3) ist fest und in Wasser unlöslich und deshalb für
Fische und Garnelen ungefährlich. Er ist in zahlreichen Tierarzneien unter den
Bezeichnungen Canathel, Flubendavet, Flubenol, Frommex oder Vermicat enthalten.
Aquaristisch hat sich das Präparat FLUBENOL P der Janssen Cilag GmbH bewährt. Man
erhält es beim Tierarzt für rund zehn Euro. Eine Tablette oder einen Kapselinhalt
in einem Becher so weit es geht lösen/verrühren und dem Aquarienwasser beigeben.
Nach etwa zwei Wochen sind alle Hydren zerstört. Die Behandlung kann wegen eventueller
überlebender Fortpflanzungsstadien nach vier Wochen wiederholt werden. In dieser Zeit
sollte kein Wasserwechsel erfolgen.
Viel Erfolg
Nachfrage von 1A-Wirbellose.de:
Für welche Wassermenge ist eine Tablette oder der Kapselinhalt gedacht?
Freunde haben berichtet, dass es FLUBENOL P nicht mehr geben soll, ist
Ihnen darüber etwas bekannt?
Antwort (Christian-Peter Steinle):
Flubendazol ist ein weiterhin in der Tier- und Humanmedizin verbreiteter und
wichtiger Wirkstoff. Diskutiert wird er lediglich hinsichtlich seiner Unlöslichkeit
in Wasser, weshalb er in Kläranlagen und auf Landwirtschaftsflächen mit Gülleaustrag
quantitativ bedeutsam vorgefunden wird (eine Folge der Dauerbehandlung in der
Schweinemast). Deshalb - und weil es das Tierschutzgesetz auch so vorsieht - habe
ich auf den Tierarzt, der das Apothekerrecht innehat, als Bezugsquelle hingewiesen.
Die Lösung einer Tablette ist unabhängig von der Wassermenge, wobei ich davon
ausgehe, dass Aquarianer selten mehr als 1.000 Liter behandeln müssen.
Nachfrage von 1A-Wirbellose.de:
Das heißt die Dosierung ist ohne Bedeutung?
Eine Tablette auf ein 30 Ltr. Aquarium oder auf ein 1000 Ltr. Aquarium, egal?
Könnten Sie mir das bitte kurz erläutern?
Antwort (Christian-Peter Steinle):
Flubendazol ist in Wasser unlöslich. Durch das lösen des Trägerstoffs liegt es,
wenn man es in einem Glas verrührt, als winziges kristallines Molekül vor.
Im Aquarium wird es durch die Filterströmung in der Regel so gut verteilt,
dass alle Hydren etwas abbekommen. Aus diesem Grund ist die Dosierung hinsichtlich
der Qualität völlig belanglos. So einfach ist das. Deshalb macht es überhaupt
keinen Sinn, exakt abgestimmte Dosierung vorzuschreiben. Zumal der Wirkstoff
für alles außer Würmer und Hydren völlig unbedenklich ist.
Freundliche Grüße
Christian-Peter Steinle
1A-Wirbellose dankt Christian-Peter Steinle für die detailliert Beantwortung unserer Fragen.

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