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Letzte Aktualisierung: Di, 11. Okt.2011 12:08

Caridina gracilirostris, de Man 1892 Rote Nashorngarnelen

Vorlage und Anstoß für meine Bemühungen waren die Berichte der Gebrüder Logemann über ihre Zucht der „Caridina japonica“ (siehe www.caridinajaponica.de). An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Carsten und Frank Logemann für ihre detaillierte Schilderung der Zucht von Amanogarnelen!

Vor gut zwei Jahren hatte ich mir 10 Tiere der „Roten Nashorngarnele“ beschafft, um sie zu pflegen und zu vermehren. Heute habe ich davon nur noch ein Männchen und zwei Weibchen und frage mich, ob der Grund dafür extrem ausgeprägte Territorialansprüche sind?

Die ersten beiden Zuchtversuche fanden in 15-Ltr.-Kunststoffaquarien statt. Beide Versuche waren nach 20 Tagen beendet, weil nicht eine Larve überlebt hatte.

Für den dritten Versuch verwendete ich ein 112 -Ltr.-Becken. Beide Weibchen gaben im Abstand von zwei Tagen ihre Larven ab. Aber nicht erst nach drei Wochen in dem neu eingerichtetem Aquarium, sondern schon nach einer Woche. Ich holte die Weibchen heraus und entnahm ein Drittel der Wassermenge. Ersetzt habe ich es durch die gleiche Menge Süßwasser, „angereichert“ mit 25 g Meersalz/Liter der Gesamtwassermenge (also 25×112=2.800 g.) und ließ diese Mischung verteilt über vier Stunden ins Becken laufen. Anders als bei der C.japonica hingen die Larven erst einmal an den Scheiben. Am zweiten Tag schwammen die ersten tagsüber frei. Nach 14 Tagen waren mittags bereits 500 bis 1000 Larven im freien Wasser und kehrten erst gegen 21.00 Uhr an die Scheiben zurück.

Beim Füttern hatte ich mich genau an die von den Logemann’s empfohlene Menge gehalten, da ich u. a. zu hohe Keimzahlen befürchtet hatte. Tatsächlich aber war nach dem Füttern das Wasser immer sehr schnell wieder klar. Ob die Larven oder die Algen dafür verantwortlich waren, weiß ich nicht.

Nach vier Wochen hat sich die Anzahl der Larven ohne einen für mich erkennbaren Grund schlagartig verringert (die Kleineren waren weg) und nach einer weiteren Woche waren nur noch zwei übrig. Diese habe ich nach einer Woche in ein Süßwasseraquarium überführt. Die beiden leben immer noch.

Ich habe das Aquarium weiter laufen lassen und noch drei weitere Garnelen heraus gefangen.

Den nächsten Zuchtversuch habe ich mit dem „alten“ Wasser fortgesetzt. Von einem Aquarianer habe ich einige Brackwasserrädertierchen (Brachionus lt. Gerd Voss) bekommen die ich ins Brackwasseraquarium gegeben habe. Es waren auch einige ca. 1 cm große Artemia dabei. Das Wasser wurde nach einer Hefefütterung der Rädertierchen so trübe das ich nur noch 30cm weit in das Aquarium sehen konnte. Ein Weibchen, der Roten Nashorngarnele, habe ich in einem anderen Aquarium ablaichen lassen und dann die Larven in das Brackwasseraquarium überführt. Ich sah die Larven nur schwer und selten in dieser „Waschküche“. Die Brackwasserrädertierchen waren augenscheinlich zu groß für die Larven und ich habe deshalb die Fütterung wie vorher (lt. Logemann’s) aber doppelt soviel durchgeführt. Als ich die Larven besser sehen konnte habe ich die Fütterung fast eingestellt da sie an den Wänden weideten und wahrscheinlich auch die Rädertierchen gefressen haben. Mittlerweile ist das Wasser gut durchsichtig aber nicht klar und es sind immer noch bzw. schon wieder Artemia darin. Seit gut einer Woche habe ich junge Garnelen und ich habe eine heraus gefangen und ins Süßwasser überführt, sie lebt. Am 22. Sept. 2006 habe ich 65 Garnelen herausgenommen und es sind längst nicht alle. Zwei Tage später habe ich nochmals 109 Rote Nashorngarnelen aus dem Brackwasseraquarium heraus gefangen und ins Süßwasseraquarium, mit vier Stunden der Umgewöhnung, überführt. Es werden sicherlich noch ein paar mehr sein. Ich habe vier Tage später das Brackwasseraquarium geleert und dabei noch 9 Nashorngarnelen gefunden, ein Tier davon habe ich in ein Litergefäß, mit einem Fingerhut voll Brackwasser, gegeben und mit einen Liter Aquariensüßwasser aufgefüllt, sie lebt. In Zukunft werde ich es auf die sanfte Art machen aber es zeigt sich das sie hier nicht empfindlich sind. Ich habe insgesamt also 184 Rote Nashorngarnelen nachgezogen. Was der ausschlaggebende Faktor war kann ich noch nicht sagen. Ich werde weitermachen und auch in Zusammenarbeit mit den Gebrüder Logemann nach noch besseren Ergebnissen forschen.

Der nächste Versuch läuft bereits und ich werde berichten. Wer Kontakt mit mir aufnehmen möchte, kann das entweder über die Mailingliste AGW oder über RBlankenhaus@Aquarienfreunde-Stellingen.de tun.

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