Deep Blue Tigergarnele
Caridina gracilirostris, de Man 1892 Rote Nashorngarnelen
Vorlage und Anstoß für meine Bemühungen waren die Berichte der Gebrüder Logemann über
ihre Zucht der „Caridina japonica“ (siehe www.caridinajaponica.de). An dieser Stelle
nochmals herzlichen Dank an Carsten und Frank Logemann für ihre detaillierte Schilderung
der Zucht von Amanogarnelen!
Vor gut zwei Jahren hatte ich mir 10 Tiere der „Roten Nashorngarnele“ beschafft, um
sie zu pflegen und zu vermehren. Heute habe ich davon nur noch ein Männchen und zwei
Weibchen und frage mich, ob der Grund dafür extrem ausgeprägte Territorialansprüche sind?
Die ersten beiden Zuchtversuche fanden in 15-Ltr.-Kunststoffaquarien statt. Beide
Versuche waren nach 20 Tagen beendet, weil nicht eine Larve überlebt hatte.
Für den dritten Versuch verwendete ich ein 112 -Ltr.-Becken. Beide Weibchen gaben im
Abstand von zwei Tagen ihre Larven ab. Aber nicht erst nach drei Wochen in dem neu
eingerichtetem Aquarium, sondern schon nach einer Woche. Ich holte die Weibchen heraus
und entnahm ein Drittel der Wassermenge. Ersetzt habe ich es durch die gleiche Menge
Süßwasser, „angereichert“ mit 25 g Meersalz/Liter der Gesamtwassermenge
(also 25×112=2.800 g.) und ließ diese Mischung verteilt über vier Stunden ins
Becken laufen. Anders als bei der C.japonica hingen die Larven erst einmal an den
Scheiben. Am zweiten Tag schwammen die ersten tagsüber frei. Nach 14 Tagen waren
mittags bereits 500 bis 1000 Larven im freien Wasser und kehrten erst gegen 21.00 Uhr
an die Scheiben zurück.
Beim Füttern hatte ich mich genau an die von den Logemann’s empfohlene Menge gehalten,
da ich u. a. zu hohe Keimzahlen befürchtet hatte. Tatsächlich aber war nach dem
Füttern das Wasser immer sehr schnell wieder klar. Ob die Larven oder die Algen dafür
verantwortlich waren, weiß ich nicht.
Nach vier Wochen hat sich die Anzahl der Larven ohne einen für mich erkennbaren
Grund schlagartig verringert (die Kleineren waren weg) und nach einer weiteren
Woche waren nur noch zwei übrig. Diese habe ich nach einer Woche in ein Süßwasseraquarium
überführt. Die beiden leben immer noch.
Ich habe das Aquarium weiter laufen lassen und noch drei weitere
Garnelen heraus gefangen.
Den nächsten Zuchtversuch habe ich mit dem „alten“ Wasser fortgesetzt. Von einem Aquarianer
habe ich einige Brackwasserrädertierchen (Brachionus lt. Gerd Voss) bekommen die ich ins
Brackwasseraquarium gegeben habe. Es waren auch einige ca. 1 cm große Artemia dabei. Das
Wasser wurde nach einer Hefefütterung der Rädertierchen so trübe das ich nur noch 30cm
weit in das Aquarium sehen konnte. Ein Weibchen, der Roten Nashorngarnele, habe ich in
einem anderen Aquarium ablaichen lassen und dann die Larven in das Brackwasseraquarium
überführt. Ich sah die Larven nur schwer und selten in dieser „Waschküche“. Die
Brackwasserrädertierchen waren augenscheinlich zu groß für die Larven und ich habe
deshalb die Fütterung wie vorher (lt. Logemann’s) aber doppelt soviel durchgeführt.
Als ich die Larven besser sehen konnte habe ich die Fütterung fast eingestellt da sie
an den Wänden weideten und wahrscheinlich auch die Rädertierchen gefressen haben.
Mittlerweile ist das Wasser gut durchsichtig aber nicht klar und es sind immer noch
bzw. schon wieder Artemia darin. Seit gut einer Woche habe ich junge
Garnelen und ich habe eine
heraus gefangen und ins Süßwasser überführt, sie lebt. Am 22. Sept. 2006 habe ich 65
Garnelen herausgenommen und es
sind längst nicht alle. Zwei Tage später habe ich nochmals 109 Rote Nashorngarnelen
aus dem Brackwasseraquarium heraus gefangen und ins Süßwasseraquarium, mit vier
Stunden der Umgewöhnung, überführt. Es werden sicherlich noch ein paar mehr sein.
Ich habe vier Tage später das Brackwasseraquarium geleert und dabei noch 9
Nashorngarnelen gefunden, ein
Tier davon habe ich in ein Litergefäß, mit einem Fingerhut voll Brackwasser,
gegeben und mit einen Liter Aquariensüßwasser aufgefüllt, sie lebt. In Zukunft
werde ich es auf die sanfte Art machen aber es zeigt sich das sie hier nicht
empfindlich sind. Ich habe insgesamt also 184 Rote Nashorngarnelen nachgezogen.
Was der ausschlaggebende Faktor war kann ich noch nicht sagen. Ich werde weitermachen
und auch in Zusammenarbeit mit den Gebrüder Logemann nach noch besseren Ergebnissen
forschen.
Der nächste Versuch läuft bereits und ich werde berichten. Wer Kontakt mit mir aufnehmen
möchte, kann das entweder über die Mailingliste AGW oder über
RBlankenhaus@Aquarienfreunde-Stellingen.de tun.
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